Workshops 6 bis 10

Auf dieser Seite sind die Workshopvorschläge 6 bis 10 beschrieben. Wenn Sie Ihre Stimme für einen der Vorschläge abgeben möchten, gehen Sie bitte zur Abstimmungseite.

6. BarCamps und Politische Bildung

Ein BarCamp ist eine „Ad-hoc-Zusammenkunft“ oder „Un-Konferenz“, die den Zweck hat, Raum zum Austausch und zum gemeinsamen Lernen zu bieten. Die Hierarchie zwischen Teilnehmenden und Referent_innen ist hier aufgehoben. Dieses von amerikanischen Netzaktivist_inn entwickelte Konzept bietet ein Forum für selbst-organisierte kooperative Lern- und Arbeitsformen. Mit dem GenderCamp 2010 (ausgezeichnet durch den Preis politische Bildung) hat das ABC Bildungs- und Tagungszentrum den Versuch begonnen, dieses Format für die politische Bildung zu nutzen. Am letzten März findet mit dem BarCamp politische Bildung auch erstmalig ein dezidiertes BarCamp für Bildner_innen der politischen Bildung statt.

In diesem Workshop soll diskutiert werden, wie BarCamps und politische Bildung zusammen gehen.

Henning Wötzel-Herber, Jugendbildungsreferent im ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. in Hüll bei Hamburg


7. ePartizipation von Jugendlichen – Gelingensbedingungen

Kinder und Jugendliche sind häufig von politischen Entscheidungen betroffen, haben aber selten die Gelegenheit an Entscheidungen mitzuwirken. Mit Fokus auf Jugendliche sollen Kriterien für eine gelingende Partizipation mittels online-tools diskutiert werden. In dem Projekt youthpart wird adhocracy eingesetzt. In dem Workshop sollen verschiedene Konzepte und Einsatzszenarien diskutiert und erarbeitet werden. Welche Stufen und Bedingungen der Beteiligung sind für die ePartizipation Jugendlicher neu zu definieren?

In die Session sollen bisherige Ergebnisse aus dem multilateralen Projekt youthpart, sowie die Erfahrungen aus den bestehenden Projekten mit Adhocracy einfließen. Nadine Karbach & Jürgen Ertelt und Daniel Reichert & Jennifer Paetsch (liquid democracy e.v.)


8. creative sustainability tours berlin – Tour durch Mitte und Prenzlauer Berg

Mit den creative sustainability tours berlin das nachhaltige Berlin entdecken: Wohnprojekte, Gemeinschaftsgärten, Kiezinitiativen, kulturelle und künstlerische Experimente – Orte des kreativen Engagements. Mit einem Spaziergang durch Mitte/Prenzlauer Berg führt id22 im Gespräch durch das alltägliche wie besondere Berlin, das mit Innovation und gemeinschaftlichem Engagement von seinen Bewohnern gestaltet wird.

Die Tour zeigt Projekte, die Verantwortung für sich und ihre städtische Umwelt übernehmen: kulturell, sozial, ökologisch oder ökonomisch. Die Stationen beschränken sich weder auf die großen Leuchttürme der Touristenführer, noch konzentrieren sie sich auf einzelne Aspekte der Nachhaltigkeit wie Ökologie und Umwelt. Städtische Entwicklungen werden aufgegriffen und die Bedingungen für das Entstehen bzw. den Erhalt städtischer Freiräume und sozialer Zusammenschlüsse diskutiert.

Vor allem Berlin hat mit seiner wechselhaften Geschichte voller Umbrüche und Neuanfänge einen Reichtum an kreativen Experimenten zu bieten, die sich mit den urbanen Lebensbedingungen auseinandersetzen – manche temporär, manche in stetiger Entwicklung, manchesmal bis hin zu deren erfolgreicher Institutionalisierung. Die vorgestellten Best-Practice-Beispiele machen erlebbar, dass Nachhaltigkeit keine diffuse Begrifflichkeit ist, sondern vielerorts gelebter Alltag. Es sind zukunftsfähige Modelle neuer Sozialstrukturen, Wirtschaftsweisen und Lebensentwürfe – die im besten Falle zu eigenem Träumen und Handeln inspirieren.

Die Tour könnte im Zeitrahmen eines Workshops stattfinden oder als Rahmenprogramm gegen Abend an einem der 3 Tage und somit außer Konkurrenz zu den weiteren Veranstaltungstagen.

Weitere Informationen: http://creative-sustainability-tours-berlin.net/

 

9. Volksparteien und direkte Partizipation: geht das überhaupt?

Große Parteien sind hierarchische Organisationen mit klaren Zuständigkeiten und klaren Funktionen. Das Internet wiederum zeichnet sich dadurch aus, dass alls Konsumenten und Produzenten sein können. Die Generation der digitale Natives will mitbestimmen: online, ortsungebunden und themenbezogen. Derzeit reagieren die großen Parteien noch Verhalten auf diese neuen Anforderungen. Dabei gilt es eine Generation für Politik zu begeistern. In meinem Workshop will ich Lösungswege für dieses Dilemma aufzeigen und mit euch diskutieren wie wir die alten Volksparteien wieder fit für das 21. Jahrhundert machen können.

Referent: Yannick Haan, Sprecher des Forums Netzpolitik der Berliner SPD, Student und experimentiert gerne mit e-Participation rum.


10. Demokratie für Europa

Es gibt seit vielen Jahren eine staatsübergreifende Debatte um Definitionen und Verwendung des Demokratiebegriffes und dessen tatsächlicher Legitimation in den verschiedenen Staaten des Europäischen Verbundes. Der bisherige Diskurs fokussiert dabei vornehmlich zwei kategoriale Defizite: Das Strukturelle Demokratiedefizit und das Institutionelle Demokratiedefizit.

Wir am BIAK glauben, dass diese Diskussionsstränge nur in eine Sackgasse führen können, solange nicht jene Perspektiven mit aufgegriffen werden, die eine gesellschaftsprägende Wirkung in die innere Wirklichkeit der Völker in den einzelnen europäischen Staaten ausbilden. Wir sind der Meinung, dass die Verantwortung für die Definition des Demokratiebegriffes und dessen tatsächlicher Ausgestaltung nicht nur bei den politisch legitimierten Instanzen in den einzelnen Staaten bzw. in Brüssel liegt, sondern auch und insbesondere bei den Bürgern. Diese Träger der Demokratie müssen viel stärker in den Diskurs einbezogen werden. Was Demokratie ist und wie sie „gelebt“ wird, entscheiden u. E. die Menschen der europäischen Union in ihren Köpfen, an den Stammtischen und in den Medien (inkl. web 2.0, wie Foren, Blogs, etc.). Damit fehlen in der Auseinandersetzung mit dem Demokratiedefizit sowohl die individuellen, persönlichen Perspektiven als auch die kollektiv kulturellen Perspektiven, die letztendlich den Erfolg bzw. Misserfolg eines Demokratisierungsprozesses bestimmen.

Unser Projekt-Konzept Wir wollen die unterschiedlichen (pos.) Demokratietheorien kategorial untersuchen und auf ihre interstaatliche Passfähigkeit evaluieren. Dabei grenzen wir uns bei der Konzeptionierung dieses Forschungsprojektes von der Extremismusdebatte ab. Im ersten Schritt betreiben wir Grundlagenforschung mit dem Ziel, die hinter den unterschiedlichen Demokratiekonzepten theoretischen Kategorien zu identifizieren, die dem praktischen Demokratisierungsprozess positiv konnotieren. Im Ergebnis erwarten wir uns die Ableitung „objektiver“ (intersubjektive) Kriterien zur Bestimmung eines Gesamteuropäischen „Demokratieverständnisses“ (zum internationalen Vergleich).

Unsere Methoden Mit einem triangolatorischen Methodenkonzept (qualitativ/quantitativ) sollen im darauffolgend zweiten Schritt die intersubjektiven Kategorien in den Medien und den Köpfen der wesentlichen Protagonisten im Demokratiediskurs eruiert und aggregiert werden.

Auf dem, von Prof. Heyer an der Universität Leipzig entwickelten, internationalen Wortschatzportal (Text und Data Mining System) können große Sammlungen von Texten analysiert, geclustert und lexographiert werden. Mit diesem systematischen Zugang zu semantisch motivierten, muttersprachlichen Texten (Online und Offline) zum Begriff „Demokratie“ versprechen wir uns, erste grenzübergreifende Kollokationen ermitteln zu können, die der Entwicklung eines gesamteuropäischen Demokratiebegriffes entgegenstehen. und aber auch eine Plattform darstellen soll auf der die verschiedenen Konnotationen des Demokratiebegriffes Platz finden sollen. Mittels unserem zweiten methodischen Zugang, einem vom Team rund um Dr. Matthias Rosenberger, neuentwickelten tiefenpsychologischen Diagnoseverfahren (Repertory Grid), sollen die verdeckten Wertemuster politisch tätiger Protagonisten in Europa aufgedeckt und verfügbar gemacht werden. Das BIAK Das Brentano-Institut ist eine von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen geführte Einrichtung, die die angewandte Kategorienwissenschaft für Themen von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung anwenden will. Sie behandelt Themen aus Politik und Gesellschaft aus kritisch kategorialer Perspektive. Das BIAK im Netz.

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