Workshops 31 bis 33

Auf dieser Seite sind die Workshopvorschläge 31 bis 33 beschrieben. Wenn Sie Ihre Stimme für einen der Vorschläge abgeben möchten, gehen Sie bitte zur Abstimmungseite.


31. Kommunale Bürgerbeteiligung am Beispiel OffeneKommune.de

Offene Kommune ist eine neutrale Bürgerbeteiligungplattform mit dem Ziel, einen direkten Dialog zwischen Bürgern, Kommunen und Organisationen zu ermöglichen. Die Plattform lädt alle gesellschaftlichen Akteure ein, zu Diskussionen und Entscheidungsprozessen beizutragen.

Das Konzept der OffenenKommune basiert auf dem zunehmenden Bedürfnis nach Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen an kommunalen Entscheidungsfindungsprozessen. Dabei stellt OffeneKommune eine neutrale, kommunale Infrastrukturplattform dar, die zum Ziel hat, Raum für einen direkten und nachhaltigen Dialog zwischen Bürgern, Interessengemeinschaften und Kommunen zu bieten. Allen Beteiligten wird dabei die Möglichkeit gegeben, frühzeitig und auf gleicher Augenhöhe, gemeinsam über kommunale Anliegen zu diskutieren und Lösungskonzepte zu erarbeiten. Dies kann sowohl in aktiver, als auch in passiver Rolle geschehen: Bereits bestehende Texte können studiert und verfolgt oder auch eigene Vorschläge und Kommentare eingebracht werden.

Um nachhaltige und demokratische Diskurse zu ermöglichen, sowie eine selbstverwaltete Nutzung zu gewährleisten, basiert OffeneKommune.de auf zwei zentralen Grundfunktionen:

Transparenz: Alle Entscheidungen, Textveränderungen und Abstimmungen sind zu jedem Zeitpunkt von jedem einzelnen Nutzer transparent nachvollziehbar. Zudem sind auch alle kommunalen Gruppen nach außen hin offen und transparent. Auch ohne Registrierung können alle Beiträge und Inhalte betrachtet werden.

Selbstverwaltung: In OffeneKommune.de verwalten sich alle kommunalen Gruppen selbst. Dabei gibt es keine Vormoderation der Gruppenverwalter oder gar eine globale Moderation. Eingebrachte Vorschläge und Kommentare können nicht gelöscht werden, sondern von den Mitgliedern der kommunalen Gruppe bewertet und somit gemeinsam entschieden werden, welche Beiträge als wichtig oder störend empfunden werden.

In dem Workshop soll die neutrale Bürgerbeteiligungplattform OffeneKommune.de vorgestellt werden. Da das Projekt OffeneKommune.de sich noch in einer frühen Testphase befindet und kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert wird, freuen wir uns über Anregungen.

Referenten: Jennifer Paetsch & Daniel Reichert [Liquid Democracy e.V.], Dr. Steffen Wenzel, pol-di.net e.V./[politik-digital.de]


32. Die Waffen im Kampf gegen den Klimawandel: Partizipation und Open Source?

Eine der inzwischen wohl meistzitierten Studien zum Thema Klimawandel, durchgeführt von NASA und Columbia University, kommt zu folgendem Schluss: “With just 10 more years of “business as usual” emissions from the burning of coal, oil and gas, it becomes impractical to avoid “disastrous effects” [on climate and environment]. Das war 2007.
Die wegweisenden Studienergebnisse wurden inzwischen bis auf wenige Ausnahmen durch aktuelle Studien mit genaueren Szenarioentwürfen und Analysemethoden bestätigt, bzw. in ihrer Dramatik teilweise sogar noch verschärft.

Trotzdem befinden wir uns seit Jahren in einer Art globalen Paralyse:
über alle Klimagipfel hinweg schustern sich die Stakeholdergruppen die Verantwortlichkeiten für den nötigen gewaltigen Transformationsprozess gegenseitig zu: Die Wirtschaft schiebt die Verantwortung auf die Politik die mit regelndem Rahmen eingreifen müsse, wenn aber bitte auch gleich global, um eventuelle Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Die Politik verweist auf die, angesichts allgegenwärtiger Werbung eher theoretische, Macht des Konsumenten, der durch bewußte Kaufentscheidung belohnen bzw. bestrafen solle. Und genau diese Konsumenten, also wir, die wir eigentlich mal Bürger genannt wurden, sind häufig so sehr mit sich selbst und ihren individualisierten Unsicherheiten im vernetzten 21. Jahrhundert beschäftigt, dass sie die eigene Mitverantwortung gerne komplett auf, alle 4 Jahre gewählte, Stellvertreter abgewälzen würden.

Das Problem: global gesehen kommen wir trotz aller Positivbeispiele unter dem Strich keinen Schritt voran: alle Zahlen (CO2 Sättigung der Weltmeere, industrieller CO2 Ausstoß, Wachstum Individualverkehr, Verlust an Biodiversität, Abschmelzen der Pole usw.) steigen im Koordinatensystem steiler den je nach rechts oben und es ist aktuell bei seriöser Betrachtungsweise in keinem dieser Bereiche innerhalb der nächsten 10 Jahre ein Peak zu erwarten.

Bleibt die Frage: was nun? Was können WIR tun?
Wie kann der dringend nötige ökologisch nachhaltige Lebensentwurf aussehen und wie kann er realisiert werden? Und vor allem: Kann daraus ein neuer „cooler“, mainstreamtauglicher Lifestyle entstehen, um die nötige Veränderung zu globalisieren? Diesen Fragen möchten wir im Workshop gemeinsam mit Interessierten nachgehen und dabei gerne auch unseren Ansatz eines „Open Source Notfallplans“ zur Diskussion stellen. Vorgeschlagen von Dominik Wind und Daniel Kruse (N.E.S.T. Kampagnen).


33. Partizipation in Nicht-Regierungsorganisationen – von analogem zu digitalem Engagement?

Nicht-Regierungsorganisationen sind wichtige Anbieter für gesellschaftliche Teilhabe. Seit den 1970er Jahren, als das Phänomen der „Neuen Sozialen Bewegungen“ in Deutschland aufkam, bieten sie vielfältige Plattformen für (politische) Partizipation und sind natürliche Multiplikatoren politischer Bildung.

Nicht-Regierungsorganisationen sind dabei immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie gerade junge Menschen in die Arbeit einzubeziehen sind. Die Möglichkeiten, die das Internet bietet, erweitern das Spektrum für Partizipation enorm – oder ist das Gegenteil der Fall?

Weitere Fragen, die im Rahmen des Workshops erörtert werden sollen, sind: Wie können (auf Themen und Fachexpertise ebenso wie auf Aktionismus und Kampagnenführung spezialisierte) Organisationen es schaffen, junge Menschen einzubeziehen und dabei die Möglichkeiten zu nutzen, die das Internet bereit hält? In welcher Weise ist das Internet geeignet, (ehrenamtliches) Engagement einzufordern und zu fördern? Gibt es – je nach struktureller Ausrichtung der NGO – Unterschiede in den Möglichkeiten, die das Netz bietet? Welche Beteiligungsformen bietet das Netz, und welche Formen passen zu welcher NGO?

Eingereicht durch: Maria Schröder, Transparency International Deutschland e.V.

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